Schriftsteller
* 21. 01.1867 in Oberammergau
† 26.08.1921 in Tegernsee
Die Gemeinde Lenggries widmete zur Mitte des 20. Jahrhunderts dem Juristen Ludwig Thoma, der seine Kindheit bis zum 6. Lebensjahr in der Vorderriss verbrachte, eine Straße. Die Straßenbenennung war damals eine Ehre, mittlerweile ist der Ehrungscharakter aber problematisch, weil neue Erkenntnisse gewonnen sind. Ludwig Thoma veröffentlichte im Miesbacher Anzeiger 1920 bis zu seinem Tod 1921 Texte mit eindeutig antisemitischem Charakter, die auf eine Verbitterung zum Lebensende und seiner Krankheit deuten. Hingegen waren seine Veröffentlichungen im Simplizissimus (erste Manuskripte 1898) eher modern und liberal. Seine Verherrlichung des Bauerntums in seinen mundartlichen Schriften zeigen dagegen ein Rückwärtsblicken und stehen im Widerspruch zu den Simplizissimus Veröffentlichungen. Seine Popularität verdankt er seinen überzeichneten Darstellungen des provinziellen Südbayerns.
Bezug zu Lenggries: Kindheit als Försterssohn in der Vorderriss