Komponist und Professor für Musik
*26.05.1875 in Schneeberg/Sachsen
† 15.07.1947 in Lenggries
Prof Walter Dost stammt aus einer Komponisten- und Musikerfamilie, die weit in das 19. Jh. zurückreicht. Er ließ sich bei der Machtergreifung 1933 insofern vereinnahmen, als ein von ihm komponierter Marsch Op.76 Hitler 1933 zum Geburtstagsgeschenk gemacht wird.
Jahre zuvor, 1928, ist das Wiener Sängerfest noch keine nationalsozialistische Veranstaltung und einer der musikalischen Höhepunkte, ist die Aufführung des Werkes „Der Rhein“ Op. 54 von Walter Dost. Das Stück ist ausgerichtet für einen großen Männerchor mit Orchester. Bei dem Großereignis agieren an die 20.000 Sänger unter Leitung des Komponisten. Er wird zum Mitglied des Gesamtausschuss des Sängerbundes. Zwei Jahre später 1930 legt er das Amt als Vorsitzender des Musikausschusses nieder. 1934 tritt er in den Ruhestand. Das ist auch der Zeitpunkt, an dem er dauerhaft an den Ort zurückkommt, den er durch die Sommerfrische bereits seit 1916 immer wieder bereist hatte. Dem Liederkranz Lenggries stiftet er 1925 schon eine Fahne und wird gleichzeitig zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Außer dem Op. 76, das in Zusammenhang mit der Machtergreifung 1933 steht sind keine weiteren Werke für das NS-Regime bekannt. Während seiner Zeit in Lenggries komponiert er neun Sinfonien und den Konzertwalzer „Bergfrühling im Isarwinkel“ Op. 86.