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4 Wildfluss Isar - "Edelsteine und Fossilien"

Wenn es der Wasserstand erlaubt, gehen wir ins Isarbett hinunter. Für die nächsten 150m verläuft unser Weg auf der Kiesbank. Radfahrer holen ihr Rad hier wieder ab. Jetzt stehen wir auf dem Gries. Wir wollen uns Zeit nehmen und auf Schatzsuche gehen, hier gibt es nämlich: Edelsteine und Fossilien!

Von weitem schauen die Steine alle grau aus. Aber aus der Nähe?! Bei leichtem Re­gen oder danach glänzen die Kiesel besonders schön.

--> Nehmen wir Steine in die Hand und betrachten sie. Wir erkennen Unterschiede. Sie laden uns ein, nach ihrer Entstehung zu fragen.

Die überwiegende Menge der Steine ist weiß, hell- oder dunkelgrau und in sich ziem­lich einheitlich – ohne Richtung oder Struktur. Das sind Kalksteine. Kein Wunder, denn die Isar kommt ja aus den „Nördlichen Kalkalpen“.

 

Parallele helle und dunkle Bänder sind Zeugen der Ablagerung von Kalkschlamm. (vor ca. 200 Mio. Jahren).                        
Unterschiedliche Färbungen entstehen durch verschiedene enthaltene Mineralien.

Weiße Steine bestehen aus reinem Kalk. Sie wurden früher gesammelt und in Kalköfen gebrannt, dann zum Mauern oder Weißeln benutzt. (--> Kalkofen Lenggries und seine Kopie im Freilichtmuseum Glentleiten)

Versteinerte Korallen und Muscheln, deren Schalen im Kalkgestein erhalten sind, beweisen, dass der Kalkschlamm in einem Meer abgelagert wurde. Solche Steine sind relativ leicht zu finden.

In manchen rosafarbenen Kieseln finden wir weiße Kreise: Stengelabschnitte der Seelilie, eines Meertieres.

In vielen Kieseln entdecken wir weiße Adern. Diese bestehen aus Kalkspat. Sie zeigen uns, dass es sich um eine "gequältes Gestein" handelt. Bei der Hebung des Alpengebirges (beginnend vor über 50 Mio. Jahren) wurden die Gesteinslagen zerbrochen, kalkhaltiges Wasser sickerte in die Spalten und bildete weiße Adern.

Wir finden auch Gneise. Diese "Fremdlinge" sind an farbigen, manchmal glitzernden Kristall-Lagen zu erkennen. Eigentlich kommt Gneis-Gestein in den Zentralalpen vor. Wie sind die Kiesel hierhergekommen? - Das Eis, das zuletzt vor 10 000 Jahren die Alpen bedeckte, hat sie im Isarkies als Andenken hinterlassen. In den oberen Gletscherschichten wanderten die Steine über die heutigen Wasserscheiden in unser Gebiet. In grünlichen Gneisen finden wir oft rote oder braune Punkte. Dies sind abgeschlagene Kristalle des Halbedelsteins Granat.

Hier geht´s weiter zur Nr. 5 Isar - "Pflanzen als Pioniere".