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  • NEI_8, © Tourismus Lenggries
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8 Isar - "Die Welle und die Vogelinsel"

Hinter der Hirschbachbrücke gehen wir entweder sofort oder nach 10 Metern (weniger steil!) die Böschung hinunter. Hier mündet der Hirschbach in die Isar. Er ist in eine gemauerte Rinne gezwungen, damit er bei Hochwasser nicht ausbricht und die Ortschaften Lenggries oder Anger nicht gefährdet. Bei niedrigen Wasserstand kann man hier das Schauspiel der „Rollwellen“ beobachten: auf der unteren Wasserschicht bildet sich eine zweite, die schneller fließt und sich mit Getöse ins Isarbett stürzt.

Wir schließen die Augen und horchen, wann wieder eine Welle kommt.

Der Hirschbach bringt bei Hochwasser große Mengen an Steinen und Holz mit, die er im Isarbett ablagert.

Es ist ein wunderbares Spiel für kleine und große Wasserbauer, Rinnsale vom Hauptbach abzuleiten, aufzustauen …     

Wir können beobachten, wo Steinchen weggetragen und wo sie abgelagert werden. Hinweis: Für kleine Leute ist eine zweite Garnitur Hosen, Strümpfe und Schuhe empfehlenswert.

Im Winter wird der Kies mit Baggern von den Arbeitern des Wasserwirtschaftsamtes auf die andere Seite des Isararmes transpotiert. Damit bekommt die Kiesinsel neues Material. Anderseits wird verhindert, dass der Arm zugeschüttet wird und die Insel betreten werden kann.

Denn: Was steht auf dem blauen Schild?

Vogelinsel – vom 1. April bis 20 Juli bitte nicht betreten!

Es gibt tatsächlich Vögel, die ihre Eier ohne Nest auf den blanken Kies legen. Das ist nicht etwa mangelnde Fürsorge, sondern Tarnung! Auch geübte Augen können solches „Gelege“ nicht sofort erkennen. Die brütenden Eltern sind farblich der Kiesumgebung so gut angepaßt, dass man sie erst sieht, wenn sie sich bewegen. Solche Vögel nennt man „Kiesbrüter“. Sie ernähren sich von Insekten, die sie im Uferbereich zusammenfassen (vgl. 6 Wie sauber ist das Wasser?). An dieser Stelle brütet jedes Jahr ein Flußregenpfeifer-Paar. Im Isarwinkel auch Griesläufer genannt.

 

Freie Kiesflächen gibt es an der Isar nur noch wenige, deshalb ist auch der Lebensraum der Kiesbrüter sehr klein geworden. Dazu droht ihnen Gefahr von Menschen wie uns, die sich an der Isar erholen möchten. Wenn wir auch nicht mit Absicht das Gelege zerstören, so hindern wir doch die Vogeleltern daran, die Eier warmzuhalten.

 

Weil wir die Situation der Kieselbrüter kennen, müssen wir uns eine andere Stelle suchen – die Vögel können es nicht! Nach dem 20. Juli kann man auf der Insel eine ganze Ausstellung von Kunstwerken machen. Wenn wir genug gelauscht, gespielt und gebaut haben, kehren wir zum Weg zurück.


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